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Im
Herbst 1998 beschloss ich, gemeinsam mit
meiner damaligen Frau, mir wieder einen
Hund zuzulegen. Schon als Kind hatte ich
eine liebe kleine Mischlingshündin namens
'Putzi', die ich sehr liebte. Da mir schon
damals bewusst wurde, dass Tiere die
besseren Menschen sind, wollte ich wieder
einen Hund - am liebsten einen
Schäferhund und am liebsten weiblich, da
mir Rüden oft etwas zu wild sind.
Mein Vater hatte damals Kontakt zu einem
Schäferhunde-Züchter, der eine bereits
3-jährige Hündin mit dem Namen 'Olga'
abzugeben hatte. Sie lebte bis dahin
gemeinsam mit ihrem Bruder 'Olaf' und
weiteren Schäferhunden im Haus des
Züchter-Ehepaares und sollte
ausschließlich an jemanden vermittelt
werden, bei dem sie es wirklich gut haben
würde.
Als ich damals zu dem Züchter kam, um mir
den Hund anzusehen, stürzten 5 wild
bellende Schäferhunde auf mich zu, was
selbst mich als Hundefreund etwas
beängstigte. Ein weiterer Hund lief etwas
hinter den anderen und begrüßte mich
zuletzt, wobei sie als einzige mit dem
Schwanz wedelte und sich sehr über meine
Bekanntschaft zu freuen schien, zumal sie
mir auch die hand ableckte. Ich sagte zu
meinem Vater, der mich begleitete:
"ich will DIESEN Hund und sonst
keinen. Wenn das die Olga ist, dann
gehört sie zu mir". - Und sie war
es! Wir hatten uns von der ersten Sekunde
an ineinander verliebt.
Auch meine Ex-Frau war sehr von ihr
angetan, als sie Olga dann zu Gesicht
bekam. Und so holten wir sie im Dezember
1998 ab. Am ersten gemeinsamen Abend
glaubte ich dann aber, es mir bei ihr
schon verscherzt zu haben. Wir wohnten
damals im 1. Stock und Olga ging die
Treppe zwar problemlos hinauf, traute sich
aber nicht wieder herunter, denn
Treppenlaufen war sie bis dato nicht
gewohnt. Auf Anraten des Züchters zog ich
sie dann einfach vorsichtig an der Leine
herunter. Zwar lief sie die Treppe fortan
freiwillig, aber mir schien, sie war
stinkig auf mich. Am zweiten Tag aber,
versuchte ich sie immer wieder dazu zu
animieren, mit mir Ball zu spielen. Auch
so etwas kannte sie bis dahin nicht. Aber
sie fand plötzlich Gefallen daran, ich
war wieder ihr Freund und von da ab war
ich wohl mehr als das... Bis zu ihrem
letzten Atemzug ließ sie mich in jeder
Sekunde ihres Daseins spüren, dass sie
mich abgöttisch liebte.
Sie akzeptierte mich als ihren
'Rudelführer', aber auch mehr als das.
Sie gehörte nie zu den Tieren, die
probierten, wie weit sie mit irgendwas,
was ihnen möglicherweise nicht erlaubt
war, gehen können. Sie hat ausnahmslos
und immer versucht, alles zu tun, um es
mir recht zu machen. Sie war immer lieb.
Natürlich musste ich sie gelegentlich
schimpfen, um ihr Dinge beizubringen oder
abzugewöhnen (z. B. musste sie lernen,
dass sie bei uns nicht mehr auf die Couch
durfte), aber ich kann mir nicht
vorstellen, dass es einen lieberen Hund
geben kann, als meine Olga (klar, das sagt
sicher fast jeder Hundebesitzer).
Wir hatten in den nächsten Jahren
unglaublich viel Spaß mit Olga, wobei sie
immer extrem auf mich fixiert war, weniger
auf meine Ex-Frau. Olga liebte, wie alle
Hunde, lange Spaziergänge und raste über
Wiesen und Felder. Am liebsten jagte sie
Enten am Bach oder große Vögel auf den
Feldern. Wenn ich nur den Begriff
"Gassi gehen" erwähnte, dreht
sie fast durch vor Freude.
Eine kleine 'Macke' hatte sie aber doch.
Zwar liebte sie alle Menschen, aber mit
anderen Hunden, die sie nicht kannte, kam
sie nicht klar. Jeder Hund, ob groß oder
klein, wurde lautstark angebellt.
Teilweise richtig bösartig mit
aufgestelltem Fell und gefletschten
Zähnen. Daher musste ich sie immer an der
Leine führen, wenn ein anderer Hund in
der Nähe war. Ansonsten hörte sie aber
auf alle Kommandos, wie 'Sitz', 'Platz',
'komm', 'lauf', 'bleib', 'bei Fuß',
'halt' etc. Es gab, wenn ich mich recht
erinnere, nur vier andere Hunde, die Olga
näher kennen lernte und mit denen sie
sich auch anfreundete. Aber auch diese
Hunde wurden bei jedem Wiedersehen erst
mal lautstark angebellt. Ich denke, dass
Olga (vielleicht durch frühe
Kindheitserfahrungen auf dem Züchter-Hof)
generell Angst vor anderen Hunden hatte
und daher dachte, dass Angriff die beste
Verteidigung sei. Wenn sie einen Hund aber
näher kannte, wurde diese/r auch von ihr
geküsst.
Etwa im Jahre 2000 (ich weiß es nicht
mehr genau, aber ich denke, dass es etwa
zu dieser Zeit war, als sie fünf war)
machte ich mir erstmals große Sorgen um
meine kleine Maus, denn sie hatte keinen
Stuhlgang mehr, musste aber laufend
brechen. Es wurde dann festgestellt, dass
sie ganz knapp vor einem Darmverschluss
war und generell einen empfindlichen Magen
hatte. Ich legte fortan großen Wert
darauf, dass sie nicht alles zu fressen
bekam, was sie vielleicht gerne gewollt
hätte. Es ging ihr dann aber wieder gut.
Anfang April 2003 bemerkte ich, dass Olga
ungewöhnlich viel trank und ich
beschloss, an einem Donnerstag mit ihr zum
Tierarzt zu gehen, obgleich ich eigentlich
keine Zeit gehabt hätte. Da ich aber auch
an dem nächsten Tag keine Zeit hatte,
dachte ich sogar darüber nach, erst
Montags mit ihr zum Arzt zu gehen. Ich
ging dann aber doch bereits Donnerstags,
was sich als äußerst richtig
herausstellte, denn sie hätte das
Wochenende laut Tierarzt nicht überlebt.
Sie hatte eine schwere
Gebärmutterentzündung, so dass ihr am
Freitag, den 4. April 2003 die
Gebärmutter entfernt wurde, was keine
ungefährliche Operation für eine Hündin
ist. Sie überstand den Eingriff trotz
sicher starker Schmerzen aber mit Bravour.
Im September 2003 zog ich dann gemeinsam
mit Olga aus dem ehelichen Haus in eine
eigene Wohnung, da sich meine Ex-Frau und
ich bereits einige Monate zuvor getrennt
hatten. Olga war mittlerweile 8 Jahre alt
und sie war nicht mehr ganz so gut und
schnell auf den Beinen, wie in den Jahren
zuvor, aber sie war immer noch fit und
liebte das Gassigehen und natürlich das
anschließende Fresschen. Auch für
Leckerlies zwischendurch hätte sie alles
getan. Leider war Olga nun viel alleine,
da ich damals nicht von zu Hause aus
arbeitete. Erst ab September 2005 war ich
dann quasi rund um die Uhr bei ihr.
Für Olga war es wohl das schlimmste, wenn
man sie alleine zurück ließ, weil sie
irgendwohin nicht mitkommen konnte. Daher
bekam sie zur Ablenkung stets ein
Leckerlie, wenn ich die Wohnung ohne sie
verlassen musste. Aber wann immer ich
konnte, nahm ich sie mit. So verbrachte
sie zum Beispiel die Zeit während meiner
Band-Proben oder Aufnahmen stets bei
meinen Eltern, die sie auch sehr liebte
und bei denen sie sich ebenfalls sehr wohl
fühlte.
Bis Olga so etwa 9 Jahre alt war, war ich
immer sehr froh darüber, dass sie nicht
zu den vielen Schäferhunden zählte, die
an Hüftdysplasie (HD) litten. Jedoch
stellte sich das dann leider auch bei ihr
nach und nach ein. Ich stellte dann fest,
dass sie kitzelig zu sein schien, wenn man
sie an bestimmten Stellen auf dem Rücken
streichelte. Eine eher zufällige
Untersuchung beim Tierarzt brachte dann
aber zu Tage, dass sie an einer Krankheit
litt, die einige ihrer Wirbel
zusammenwachsen ließ. Sie war also nicht
kitzelig, sondern es tat ihr weh. Das
wurde im Laufe der Zeit besser, als die
Wirbel dann wohl zusammengewachsen wahren.
Allerdings führte das dazu, dass sie ab
ca. 2005 dann nicht mehr so gelenkig und
sportlich war.
Es wurde mir daher empfohlen, das
'Stöckchenschmeißen' weitestgehend zu
unterlassen. Vorher hatte sie es geliebt,
hinter einem Stock her zu jagen und mir
diesen zurück zu bringen. Dies war nun
nicht mehr oder nur noch bedingt möglich,
weil ruckartige Bewegungen manchmal dazu
führten, dass sie schlecht laufen konnte
und im Extremfall sogar ein Bein nachzog,
wobei natürlich auch die HD ihr übriges
dazu leistete.
Somit bestand das Gassigehen zwischen etwa
2005 bis zu ihrem Tod Ende November 2007
also leider fast nur noch aus ganz
normalen und nicht mehr so ausgedehnten
Spaziergängen. Enten und Vögel jagte sie
nicht mehr. Sie lief meist nur noch
ansatzweise los, um sie zu vertreiben,
aber weit gerannt ist sie nur noch selten
und zuletzt gar nicht mehr. Ich versuchte
natürlich auch, sie zu schonen.
Im Frühjahr 2006 lernte Olga dann eine
ebenfalls ältere Hundedame näher kennen,
die ihr noch mal eine Menge Auftrieb gab.
Zwar tollte Olga nicht mehr so rum, wie
früher, aber die gemeinsamen
Spaziergänge machten ihr sehr viel Spaß.
Man merkte ihr nun aber allmählich an,
dass sie alt wurde. Sie war ja nun auch
schon elf. Öfters konnte sie ihr
'Geschäft' nicht mehr bis zur nächsten
Grünfläche einhalten, wobei diese Phase
dann auch erst mal wieder vorbei ging.
Im Sommer 2007 lernte Olga einen weitern
Hund näher kennen. Ein junger Rüde, der
gerne dauernd mit ihr gespielt hätte. Sie
war nun aber schon zwölf und ich dachte,
sie fühlte sich zu alt und ihre Knochen
machten nicht mehr so mit, denn sie wies
den Rüden öfters ab. Gelegentlich lief
sie dennoch mit ihm hin und her und sie
mochte ihn sehr. Die gemeinsamen
Spaziergänge durch die Felder machten
Olga im Sommer 2007 aber schon recht stark
zu schaffen. Ich dachte, dass dies an der
Hitze und eben an ihren alten Knochen lag.
Dies waren aber sicher nicht die einzigen
Gründe, wie ich später erfahren musste.
Ende Oktober 2007 stellte ich fest, dass
Olgas kleiner Zeh am linken Vorderfuß rot
und geschwollen war und ließ dies beim
Tierarzt röntgen. Dabei stellte sich
eine, zuvor nicht sichtbare, starke
Entzündung heraus, die bereits den
Knochen angefressen hatte. Daher musste
ihr am 30.10.2007 der Zeh amputiert
werden.
Es war ein mehr als trauriger Anblick, den
sie in den nächsten tagen bot, denn durch
ihren Verband konnte sie nicht laufen. Sie
konnte kaum auftreten und versuchte, mehr
oder weniger auf drei Beinen zu springen.
Es tat mir in der Seele weh, wenn sie mich
dann immer so traurig ansah. Aber ich habe
mich sehr intensiv um sie gekümmert, mich
ganz viel zu ihr gesetzt und sie
gestreichelt und ihr das Futter an ihren
Platz gebracht.
Nach einer Woche konnte der Verband
entfernt werden und Olga konnte wieder
ganz normal laufen. Sie schien gar keine
Schmerzen zu haben, sondern lediglich der
Verband hatte sie wohl sehr gestört und
gehindert. Natürlich war das ein Grund
zur Freude, aber richtig fröhlich konnte
ich leider dennoch nicht sein.
Denn ich hatte zuvor festgestellt, dass
Olga geschwollene Lymphdrüsen hatte, die
seit einigen Tagen nicht abgeschwollen
waren. Sie wurde am 1. November 2007
daraufhin untersucht und die Diagnose
lautete: Leukose, was eine Leukämie-Form
ist. Der Arzt empfahl mir, ihr fortan
Kortison-Tabletten zu geben, die ich ihr
problemlos in Scheibletten-Käse
verabreichen konnte. Er sagte: "mit
Kortison kann sie noch ein paar schöne
Monate haben".
Ich kümmerte mich nun ganz intensiv um
sie. Nahm mir noch mehr Zeit für sie, als
vorher und ließ sie auch nur noch sehr
kurz alleine zu Hause. Durch das Kortison
hatte sie einen ungezügelten Appetit und
ich gab ihr viel mehr Leckerlies, als das
früher der Fall war. Es war mir egal, ob
sie in ihren letzten Monaten noch dick
wird, ich wollte, dass sie glücklich und
zufrieden ist.
Am Abend des 26. November gab ich ihr
sogar 3 Stücke von meiner Schokolade ab.
Sie hatte sonst nie etwas 'vom Tisch'
haben dürfen und schon gar keine
Schokolade. Ich bin im Nachhinein froh,
dies getan zu haben, denn es war ihr
letzter Abend.
Eigentlich hatte sie in den letzten Wochen
wieder einen recht fitten Eindruck
gemacht. Natürlich, sie war nicht mehr
die jüngste und die Knochen machten zu
schaffen. Daher war sie oft träge, müde
und faul. Aber wenn ich mit ihr raus gehen
wollte, brachte sie mir nach wie vor ihren
geliebten Ball. Dieser bunte Ball war Zeit
ihres Lebens, neben mir und den anderen
Menschen um sie herum, ihr Ein und Alles.
Er war wie ihr Baby oder wie eine Puppe
für sie. Wenn sie sich freute (z. B. weil
Gassigehen anstand), dann rannte sie los
und suchte ihren Ball, um ihn mir zu
bringen. Oft rauften wir auch um den Ball
und sie war sehr glücklich, wenn sie nach
einiger Zeit gewonnen hatte. Dann konnte
sie ihren Ball minutenlang ablecken. Ach,
sie war so süß.
Am Morgen des 27. November 2007 wusste ich
beim Aufstehen noch nicht, dass dieser Tag
wohl der bis dato dunkelste Tag meines
Lebens werden würde. Olga lag, wie jede
Nacht, vor meinem Bett. Nachdem ich aus
dem Bad kam, lag sie wie gewohnt vor der
Badezimmertür auf dem Flur, denn sie
wollte immer so nah wie möglich bei mir
sein.
Als ich sie dann fragte, ob wir Gassi
gehen wollen, reagierte sie jedoch nicht.
Erst, als ich ihr Halsband in die hand
nahm, stand sie auf. Aber sie schien sich
sehr schwermütig hoch zu quälen.
Erstmals freute sie sich nicht, dass es
hinaus ging. Sie verrichtete ihr
'Geschäft' dann aber direkt vor der Tür
auf dem Weg. Mir war klar, dass es ihr
sehr schlecht gehen musste. Als ich ihr zu
Hause das Halsband abzog, jaulte sie. Ich
fühlte daraufhin nach den Lymphdrüsen an
ihrem Hals und stellte fest, dass diese
über Nacht extrem angeschwollen waren.
Sie hingen richtig herunter, als hätte
sie Wasser im Hals oder ähnliches.
Sie rührte dann auch ihr Fresschen nicht
an und auch den geliebten Käse mit der
Kortison-Tablette darin mochte sie nicht.
Sie legte sich hin und würgte mehrfach,
als wenn ihr etwas im Hals stecken würde.
Ich wusste in diesem Moment, dass es zu
Ende gehen würde.
Ich schilderte dieses der Tierarzthelferin
am Telefon und ich sollte noch am gleichen
Mittag kommen. Irgendwie war mir klar,
dass es die letzte Fahrt mit meiner
geliebten Olga sein würde. So
verabschiedete ich mich zuvor zu Hause
schon mal vorsorglich ausgiebig von ihr.
Ich sagte ihr, dass sie mein Ein und Alles
ist, ich sie immer geliebt habe und immer
lieben werde. Dass sie mich in all der
Zeit sehr glücklich gemacht hat und dass
ich ihr wahnsinnig dankbar war und bin,
dass sie immer treu und loyal bei mir war
und für mich da war. Sie schaute mich an,
als wusste sie, dass es ein Abschied war
und ich bin mir sicher, dass sie, wie
immer, jedes Wort verstanden hat -
zumindest sinngemäß.
Die Fahrt zum Tierarzt war die schlimmste
meines Lebens - nur die Fahrt zurück war
noch schlimmer. Zum ersten Mal in knapp
neun Jahren ging Olga dann freiwillig zum
Arzt hinein und schien dort auch nicht so
große Angst zu haben, wie sonst. Das war
für mich das Zeichen, dass Olga entweder
auf Hilfe hoffte... oder auf Erlösung.
Der Tierarzt, der ihr schon so oft helfen
konnte, untersuchte sie und sagte, er
wisse nicht, wie er diese so stark
geschwollenen Lymphe wieder klein kriegen
solle. Er sagte dann: "wenn sie nicht
möchten, dass sie leidet, dann ist jetzt
der richtige Zeitpunkt..."
So willigte ich schweren Herzens ein, sie
nicht leiden zu lassen und dann geschah
etwas, dass ihr beim Lesen möglicherweise
für unglaublich haltet: Olga setzte sich
und gab mir ihr Pfötchen, als wolle sie
sich verabschieden. Ich konnte meine
Emotionen bzw. Tränen dann natürlich
nicht mehr im Zaum halten.
Der Arzt setzte ihr dann eine Braunüle,
was Olga tapfer wie immer ertrug. Er gab
ihr dann zunächst eine Narkose, damit sie
einschläft. Dabei stand ich die ganze
Zeit vor ihr, streichelte sie und sie
blickte mir voller Liebe, Vertrauen und
ich denke auch Dankbarkeit in die Augen.
Es war gegen 12:50 Uhr an diesem 27.
November 2007, als sie ihre letzte
Injektion bekam, was ich mir nicht ansah,
da ich ihr mit verweinten Augen bis zu
ihrem letzten Atemzug tief in die Augen
blickte, ihr gut zuredete und sie
streichelte. Sie sah so glücklich,
friedlich und dankbar aus, als sie
starb.......
Es war der schlimmste Tag in meinem Leben.
Ich hatte meine Olga verloren, die fast
neun Jahre lang meine aller beste Freundin
war, aber auch meine Lebensgefährtin,
meine Spielkameradin und mein Kind. In den
neun Jahren hat Olga in meinem Leben
mehrere Frauen kommen und gehen sehen,
aber sie war die einzige, die mich immer
bedingungslos liebte und bei mir blieb.
Sie hat gespürt, wenn es mir nicht gut
ging, sie hat mich getröstet, wenn ich
traurig war, sie hat mich zum Lachen
gebracht, wenn ich weinen musste und und
und... Sie war immer da. Sie war mein
Leben!
Wenn ihr es bis hierher geschafft habt,
all das zu lesen, dann habt vielleicht
auch ihr ein Tier und könnt meine
Emotionen nachvollziehen. Aber auch denen,
die es möglicherweise lächerlich finden,
dass ich hier Olgas Geschichte lang und
breit veröffentliche, möchte ich sagen:
es ist mir egal, ob es lächerlich ist.
Denn meine Olga fand mich nie lächerlich.
Sie hat mich geliebt, wie ein Mensch nicht
lieben kann und ich habe sie geliebt und
werde das Zeit meines Lebens tun.
Während ich das hier schreibe, sind
gerade mal 28 Stunden vergangen, seit Olga
friedlich eingeschlafen ist. Es gehört
für mich persönlich zu meiner
Trauerarbeit, mir all das von der Seele zu
schreiben, denn in meiner Wohnung und in
meinem Leben ist es seit diesem gestrigen
Mittag unglaublich leer geworden. Ich habe
es noch nicht geschafft, Olgas Decke und
was sonst so zu ihr gehört, weg zu
räumen, da ich sie vor meinem geistigen
Auge noch dort liegen und mich angucken
sehe. Ich weiß, dass ich ihre Dinge bald
wegräumen sollte und ich werde es auch
tun. Aber ihren bunten Ball, ihren so
geliebten Ball, werde ich an einem
besonderen Ort für sie aufbewahren und
hüten, wie meinen Augapfel.
Haltet mich meinetwegen für völlig
durchgeknallt, aber ich fühle, dass Olgas
Seele noch immer bei mir ist. Sie spricht
mit mir. Ich weiß, dass es ihr da, wo sie
nun ist, gut geht. Wie ich von ihrem
Züchter erfuhr, ist ihr Bruder Olaf, der
mit ihr zusammen auf die Welt kam, auf den
Tag genau 14 Tage vor ihr gestorben. Ist
das Zufall? Oder hat er sie zu sich
gerufen?
Ich bin sicher, dass es ihr nun gut geht
und sie es weiterhin gut hat. Vielleicht
kann sie nun mit ihrem Bruder spielen. Und
ich hoffe darauf und glaube daran, dass
ich sie eines Tages auf irgendeiner
anderen Ebene wieder streicheln
werde.
Und wenn ihr irgendwo einen ganz, ganz
lieben Hund seht, dann denkt daran, dass
er für irgendjemand eine "Olga"
ist... Ich werde sie nie vergessen und
für immer in meinem Herzen tragen! Ich
bin unendlich dankbar für die lange Zeit,
die ich mit ihr verbringen durfte!
DANKE OLGA !!!
Manfred
Hilberger
28.11.2007
Um den Song anzuhören, den Manfred an Olga's
Todestag für sie geschrieben hat, bzw.
den entsprechenden Video-Clip
anzusehen, klickt bitte HIER!
Hier
findet Ihr Songtexte, die Manfred
fürseine Hündin geschrieben hat:
Der
Tod führt uns zusammen
Seit du nicht mehr da bist
Du
fehlst mir so
Jetzt
musst du geh'n |